Viele meine Vertriebskunden glauben, dass die Körpersprache am Telefon eine absolut untergeordnete Rolle spielt. Gelten beim persönlichen Gespräch immer noch Kleidung und Körperhaltung als wichtige Stilelemente für den guten Eindruck, glauben Viele, dass am Telefon nur Inhalt und Stimme wirken. Weit gefehlt, denn viele Faktoren nehmen Einfluss auf die Wirkung am Telefon.

Wie überzeugend bei der Telefonakquise oder bei der Reklamationsbearbeitung die Haltung ist, zeige ich oft an einem Experiment. Wenn sich zwei Seminarteilnehmer Rücken an Rücken über ein willkürliches Thema unterhalten, fordere ich Person A auf, zunächst eine schlaffe Körperhaltung einzunehmen. Aber ohne dass Person B dies mitbekommt. Nach einer Weile fordere ich Person A auf, eine aufrechte Sitzhaltung einzunehmen, während sich beide Personen unterhalten. Wie gesagt, Person B kennt diese Anweisungen nicht und sie sieht den Anderen auch nicht. Sie soll aber nach Beendigung des kleinen Experiments mitteilen, was sie an Veränderung bei Ihrem Gegenüber wahrgenommen hat. Sie berichtet, dass der Gesprächspartner zunächst gelangweilt oder unsicher wirkte, wohingegen er in der zweiten Hälfte des Gesprächs einen viel aufmerksameren und lebendigeren Eindruck vermittelte. Verblüffend, denn Person B hat ja nur die Stimme und den Inhalt des Gesprächspartners wahrgenommen.

Woran liegt dies also? Die Körperhaltung beeinflusst nicht nur die Atmung und damit die Wirkung der Stimme, die Haltung beeinflusst auch unser eigenes Empfinden. Fühle ich mich also stark und selbstbewusst, hört dies mein Gegenüber. Man kann also über seine Körpersprache die Wirkung ganz bewusst steuern und beeinflussen.